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NUKLEARMEDIZINISCHE THERAPIEN 
(RADIOSYNOVIORTHESE,  SCHMERZTHERAPIE)


Therapie der Gelenke (Radiosynoviorthese):

Synoviorthese ist hergeleitet aus den griechischen Worten “Synovia” (Schleimhaut) und “Orthese” (Wiederherstellung). Gemeint ist eine Wieder-herstellung von entzündlich veränderter Gelenkschleimhaut bei Gelenk-erkrankungen, wie man sie z.B. bei rheumatischen Erkrankungen finden kann.
Ein geeignetes Radiopharmakon wird in den Gelenkraum über eine Kanüle eingespritzt. Die Strahlung bleibt auf die Schleimhaut beschränkt, weil die verwendeten Radionuklide (β-Strahler) eine maximale Reichweite von wenigen Millimetern aufweisen. Der Gelenkknorpel wird nicht geschädigt.
Darüber hinaus wird das Radiopharmakon von den oberflächlichen Schleimhautzellen aufgenommen und führt über natürliche Umbau-vorgänge zu einer Verödung/ „glatten Vernarbung“ dieser Zellschichten. Somit wird ein Rückgang der Vergrößerung und der Entzündung der Gelenkschleimhaut erreicht.

Wie läuft die Therapie ab?
Bei einem ersten Termin erfolgt zunächst eine ausführliche Aufklärung bzw. Abklärung ob diese Therapie in Ihrem Fall durchführbar und Erfolg versprechend ist. Hierfür wird im Vorfeld eine 3-Phasenknochenszinti-graphie durchgeführt.

An einem zweiten Termin erfolgt dann die Punktion des Gelenkspaltes, bei kleineren Gelenken unter Hilfe einer Bildwandlerkontrolle. Über die liegende Nadel wird das Radiopharmakon (β-Strahler) in den zu behandelnden Gelenkspalt appliziert. Nach der Punktion und ggf. der zusätzlichen Einbringung eines Cortisonpräparates ist eine Ruhigstellung des Gelenkes über 48 Stunden einzuhalten.
Der Wirkungserfolg der Radionuklidtherapie ist nach 3-4 Monaten zu beurteilen. Die Therapie kann nach 6 Monaten wiederholt werden.

Schmerztherapie bei Knochenmetastasen:
Um die durch osteoplastische Metastasen entstehenden Schmerzen, wie sie typischerweise z.B. bei Prostata- oder Brustkrebs auftreten können, zu behandeln, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Therapie mittels Samarium 153 erfolgen. Ob diese Voraussetzungen in Ihrem Fall erfüllt sind, muss individuell geprüft werden. In jedem Fall ist eine aktuelle Knochenszintigraphie zur Vorbereitung erforderlich.

Wie läuft die Therapie ab?
Das Radiopharmakon wird in Ihre Vene appliziert. Der Großteil der Substanz wird schnell in die Knochenmetastasen eingebaut. Der Rest
wird innerhalb weniger Stunden über die Nieren ausgeschieden.
Zur Unterstützung der Ausscheidung sollte man deshalb vor und nach der Behandlung viel trinken. Da der Urin für etwa 12 Stunden nach der Injektion radioaktiv ist, sollte beim Gang auf die Toilette peinlichst auf Sauberkeit geachtet werden: um Spritzer zu vermeiden, sollte im Sitzen uriniert, an den ersten beiden Tagen zweimal gespült und die Hände gründlich gewaschen werden.
Nach einer Wartezeit von ca. 3-4 Stunden wird eine Verteilungsszintigrafie angefertigt. Danach können Sie die Praxis wieder verlassen.
Die Schmerzlinderung beginnt meist innerhalb einer Woche, wobei die Schmerzen während der folgenden drei Wochen noch weiter abnehmen können. Die Wirkung der Radionuklidtherapie hält etwa 4 Monate an.
Da nach der Radionuklidtherapie mit einem Absinken der Blutzellzahlen
zu rechnen ist, sollten die regelmäßigen Termine zur Blutbildkontrolle
beim Arzt wahrgenommen werden, bis die Werte sich normalisiert haben.

 
   
 
 
 

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